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Tegel, Seebestattung, Gran Canaria, Haare und Berlin

Gestern kurz vor Mitternacht in Tegel gelandet, wieder halbtaub durch die Landung. Der Urlaub war sehr stressig, nicht nur wegen der Wohnsituation, sondern auch weil es viel wegen meiner Mutter und dem Erbe zu regeln galt. Wer 6 Nächte und 5,5 Tage auf engsten Raum zusammen wohnt, der lernt sich neu kennen. Das Ergebnis ist, dass ich meine Tante, die gerne die Rolle meiner Mutter einnehmen wollte, irgendwann töten wollte und dass ich wohl eine neue dicke Freundschaft mit meinem Pflegebruder habe. Die Seebestattung war erst eine Katastrophe, denn als wir am Samstag schon alle auf dem Schiff standen, fragt der Seebestatter uns wo die Urne sei. Wir gingen davon aus, dass er die Urne hat, denn laut Zustellungsbescheinigung in Deutschland, war die Urne bereits Tage in Gran Canaria zugestellt. Er behauptet dann, dass die Urne wahrscheinlich noch im Zoll feststeckt und dass wegen dem Wochenende nichts zu machen sei. Damit schien es, dass wir alle umsonst angereist waren. Zum Glück hatten wir spanisch sprechende Freunde dabei, unsere Freundin machte dem Bestatter den Arsch heiß und nachdem wir alle bereits wieder sehr geknickt in unserer Unterkunft waren, kam der Anruf der Freundin, dass der Seebestatter die Urne jetzt doch gefunden hätte und wir am Sonntag wieder kommen sollen. Ich war so erleichtert, denn eine zweite Reise dieser Art hätte ich nicht überlebt und es ging ja auch darum meine Mutter endlich für das Meer in Gran Canaria freizugeben. Die Seebestattung am Sonntag war dann ganz schön, ich musste viel heulen und fragte mich warum nicht meine Oma oder ich an ihrer Stelle gehen konnten. Sie hatte noch so viele Pläne und so viele Menschen, die sie verband und brauchten, sie hinterlässt ein großes Loch. Trotzdem bin ich jetzt etwas erleichtert, für mich ist meine Mutter jetzt einfach nach Gran Canaria umgezogen und macht sich dort jetzt im Meer mit den Delphinen eine gute Zeit. Berlin wirkt derzeit etwas unwirklich für mich, gestern Mittag noch am Strand gelegen und heute im Herbst in Berlin. Arbeit wartet, denn eine Kollegin ist krank geworden, aber zum Glück konnte ich mit meinem Chef verhandeln, dass ich erst nachmittags zur Arbeit muss. Das Geld für den Monat ist bereits da und liegt bisher unangerührt auf meinem Konto. Haarig sehe ich derzeit aus, denn seit ihrem Tod habe ich mich nicht mehr rasiert, aber das war und ist mir derzeit scheißegal, ich habe andere Probleme als Haare. Ich bin glücklich wieder meine eigene Wohnung und mein eigenes Bett zu haben und damit auch wieder Privatsphäre, aber das Meer und die Palmen fehlen. Weitermachen, für sie, für mich, für meine Familie.
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