Kaffee, müde, Sitzordnung, Erbe, Facebook und Lötstation
Guten Morgen, noch nicht ganz da, aber der Kaffee ist fertig. Irgendwie haben mich die letzten Wochen und Monate sehr müde gemacht, sobald es jetzt dunkel wird, fange ich an zu gähnen. Ein bisschen früh spätestens um 16 Uhr ins Bett zu wollen, besonders wenn man wie ich erst gegen 10 oder später aufsteht. Gestern war ok, nur in der Tierklinik bin ich beim großen Verbandswechsel rausgegangen, ich will das Elend nicht sehen, damit ich meinen Bruder nicht wieder töten will. Abends das Essen war auch ok, nur leider wählten wir eine unglückliche Sitzordnung, sodass ich mich kaum unterhalten konnte. Derzeit ist es mir zu viel, wenn um mich herum mehr als 2-3 Leute gleichzeitig reden. Die (eigentlich) beste Freundin schreibt wieder, sie ist verliebt, aber leider ziemlich aussichtslos. Mein Vater will mich zur Gesamterbin machen, aber ich denke nur, wenn ich jetzt auf einen für mich nutzbaren Erbteil verzichte. Keine Ahnung wie das weitergehen soll. Neue Facebook-Kontakte gefunden, sogar einen sehr netten Mann, aber natürlich ist er vergeben. Keine Ahnung was ich heute anstelle, einkaufen müsste ich, denn sogar für mein Frühstück sieht es mau aus. Vater und Bruder reagieren auf den Wunsch meines Cousins beide mit Listen von ähnlichen Geschenken, was soll ich damit anstellen? Muss ich jetzt alles sichten und entscheiden? Ich dachte, wenn ich zwei Kerle die beide mit Lötstationen arbeiten befrage, dass ich eine qualifizierte Kaufempfehlung bekomme und keine Listen mit 10-20 Lötstationen. Grau grüßt der Tag und ich liege auf dem Sofa, Vögel gefüttert und für mich Kaffee, der Tag ist zu kurz, um alles zu tun oder auch nicht zu tun, was ich möchte.
NBerlin - 17. Dez, 12:31
Die vergangenen Wochen und Monate ermüdeten dich? - Das kenne ich vom Tod meiner Schwester und dem Verwalten der Verlassenschaft. - Mich würde es wundern, wenn du nicht die Müdigkeit nach all der Anstrengungen spüren würdest. Ich sehe als Bloggerkollegin, es war eine harte und mühevolle Zeit für dich - physisch und emotional. Und ich wünsche dir, das neue Jahr möge dir genügend Ruhe und Muße ermöglichen, damit du wieder mehr dem nachgehen kannst, was dein Leben schön und erbaulich erscheinen lässt.
... ich erinnere mich an eine Sendung im Ö1-Radio. Eine Doku über Verlassenschaften und wie Menschen den Todesfall naher Verwandter bewältigen. Ich fand die Sendung interessant. Wie unterschiedlich Menschen damit umgehen! In Wien gibt es etwas, da können Menschen zu einer vereibarten Zeit in die Verlassenschaftswohnung kommen und dürfen sich mitnehmen, was sie mögen. Außer jenen Dingen, die die Angehörigen behalten. Eine Frau berichtete, ihr hat das sehr gefallen, wie andere Menschen Freude daran haben, was man selber weg gibt von den Verlassenschaftsgegenständen.
Ein Sohn berichtete davon, seine Eltern haben in der Wohnung Zucker gehortet, der noch aus der Nachkriegszeit stammt. - Zucker ist eine unverderbliche Ware, die Jahrzehnte überdauert ohne Schaden. Ich habe geschmunzelt. Würde ich plötzlich sterben, würden meine Erben eine Menge Vorratsgläser vorfinden, mit den eingekochten oder getrockenten Schätzen des vergangenen Sommers und Herbtes.